GESCHÄFTS|MODELL

Die Viridium Gruppe erwirbt Lebensversicherungsunternehmen und -bestände oder schließt Serviceverträge über die Verwaltung von Beständen ab. Das in Fachkreisen oft als „Run-off“ bezeichnete Geschäftsmodell ist im deutschsprachigen Lebensversicherungsmarkt noch vergleichsweise jung.

Die Gesellschaften der Viridium Gruppe sind und bleiben stets Versicherungsgesellschaften, die wie jeder andere Lebensversicherer auf der Basis aller gängigen nationalen Aufsichts- und Vertragsbedingungen arbeiten. Der Unterschied zum „klassischen“ Lebensversicherungsunternehmen: Die Gruppe beziehungsweise ihre Gesellschaften betreiben kein Neugeschäft, sondern konzentrieren sich ausschließlich auf das effiziente Management von Lebensversicherungsbeständen.


Geringere Kosten |pro Police

Das mitunter als Konsolidierungsplattform bezeichnete Geschäftsmodell basiert auf einer simplen Grundidee: Je mehr Versicherungsverträge auf einer einzigen, gemeinsamen Plattform verwaltet werden, desto geringer sind aufgrund von Skaleneffekten die anteiligen Versicherungsverwaltungskosten je Vertrag.

Um dieses Modell stringent umsetzen zu können, wurden die IT-Infrastruktur und das gruppenweit einheitliche Bestandsführungssystem mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag komplett neu aufgesetzt. Ganz entscheidend: Die technische Erneuerung folgte konsequent dem Prinzip der Vereinheitlichung auf Basis von Marktstandards, in Fachkreisen auch als „Reverse Alignment“ bezeichnet. Denn nur eine Modernisierung, die sich rigoros an Marktstandards orientiert, reduziert Komplexität wirklich signifikant und steigert die Benutzerfreundlichkeit von Daten und Systemen in substanziellem Umfang.


Geschäftsmodell Konsolidierungsplattform – Vorteile für Versicherte

Versicherte profitieren vom ersten Tag an

Die Versicherungsnehmer profitieren bei einer Betreuung ihrer Verträge durch die Viridium Gruppe vom ersten Tag an von den Potenzialen des auf Effizienz basierenden Modells. Denn die Aufwände für die Verwaltung von Verträgen werden direkt zu Beginn langfristig fixiert – und zwar zu Konditionen, die unterhalb der bisherigen Aufwandsniveaus liegen. Dies ist möglich, weil die Bestandsverwaltung jeweils von einer gruppeneigenen Servicegesellschaft zu dauerhaft festgeschriebenen Bedingungen erbracht wird.

Auf diese Weise werden die Kunden gegen die negativen Folgen, die sich aus dem Abrieb eines für das Neugeschäft geschlossenen Bestands normalerweise zwangsläufig ergeben – nämlich anteilig steigenden Kosten pro Police – auf Dauer und zuverlässig immunisiert. Von den Effizienzsteigerungspotenzialen des Geschäftsmodells profitieren die Kunden im Erfolgsfall – auf Grundlage der Mindestzuführungsverordnung - automatisch durch höhere Rückstellung für Beitragsrückerstattung und bei bestimmten Produkten auch bei der Überschussbeteiligung.


Kundenrechte bleiben unangetastet

Bei einem Bestandserwerb der Viridium Gruppe gehen die Gesellschaften und Bestände vollständig, mit allen Rechten und Pflichten, auf die Viridium Gruppe über. Die Vertragsinhalte werden über die gesamte Laufzeit im vollen vereinbarten Umfang auf Punkt und Komma eingehalten. Die Versicherten müssen also nichts unternehmen. Außerdem ändern sich bis auf seltene Ausnahmen weder Ansprechpartner noch Adress- und Kontaktdaten. Kontinuität in Verbindung mit Verlässlichkeit ist ein hohes Gut – für beide Seiten!


Ansprüche von Vermittlern bleiben gewahrt

Bei dem Kauf eines Lebensversicherungsunternehmens übernimmt die Viridium Gruppe grundsätzlich auch alle betreffenden Vermittlerbeziehungen. Bei dem Erwerb eines einzelnen Bestandes können die Vermittlerbeziehungen – je nach Interessenlage der Parteien – aber auch beim abgebenden Unternehmen verbleiben. Hierüber sind im Bestandsübertragungsvertrag entsprechende Regelungen zu treffen. Grundsätzlich bleibt der Anspruch der Vermittler auf die vereinbarten Provisionsarten (Abschluss-, Erhöhung-, Bestandspflegeprovision) von der Bestandsübertragung unberührt. Von der konkreten Gestaltung ist aber abhängig, wer diese schuldet.


Niedrige Stornoquoten

Je höher die Stornoquoten, desto schneller vollzieht sich der Bestandsabrieb. Die Viridium Gruppe hat deshalb ein vitales Interesse daran, dass die Kunden mit ihren Verträgen bei den Portfoliogesellschaften bleiben. Denn ein unnötig schnelles Abschmelzen der gesamten Versicherungsbestände würde dazu führen, dass die maßgeblich auf Skaleneffekten beruhenden Potenziale des Geschäftsmodells nur unzureichend ausgeschöpft werden.

Messlatte dafür, ob die Kunden mit ihren Verträge bleiben, ist neben den vertraglichen Leistungen natürlich insbesondere die Servicequalität. In der Viridium Gruppe sind die Stornoquoten kontinuierlich gesunken, auf – gruppenweit über alle Verträge – durchschnittlich vier Prozent (Stand Mitte 2017).


Geschäftsmodell Konsolidierungsplattform – Anforderungen der BaFin

Höchste Anforderungen durch die Aufsicht

Bislang hat die Viridium Gruppe die Heidelberger Lebensversicherung AG, die Skandia Lebensversicherung AG und zuletzt im Sommer 2017 den Bestand der Protektor Lebensversicherungs-AG (ehemaliger Bestand der Mannheimer Lebensversicherung) nach intensiver Prüfung durch die BaFin erworben. Die BaFin legt insbesondere größten Wert darauf, dass die Rechte der Versicherten bei einer Bestandsübertragung vollumfänglich gewahrt bleiben. In Summe betreut die Viridium Gruppe derzeit rund eine Million Verträge.


Third Party Administration

Alternativ zum Bestandserwerb bietet die Viridium Gruppe über ihre Gesellschaften das Management von Lebensversicherungsbeständen im Auftrag an (TPA, „Third Party Administration“). Hierbei werden die Versicherungsbestände auf die Bestandsführungssysteme der Viridium Gruppe übertragen, verbleiben rechtlich jedoch bei den Eigentümergesellschaften. Durch die verringerten Erhaltungs- und Investitionsaufwände in die IT- und Bestandsführungssysteme können sich die Versicherungsgesellschaften auch auf diesem Weg erhebliche finanzielle Freiräume schaffen.

Derzeit übernimmt die Heidelberger Leben Service Management GmbH im Sinne einer Servicegesellschaft die Verwaltung der Clerical Medical-Bestände in Deutschland und Österreich. Clerical Medical (Eigentümerin: Scottish Widows Limited) zählt zu den ältesten Lebensversicherern in Europa und ist Teil der britischen Lloyds Banking Group.